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10.05.2017 09:22 Age: 1 Jahre
Category: Presse

Hoher Discount und gute Chancen auf den Rebound


Value Depesche 2017 19

Value Depesche 2017-19 - 10.05.2017 | VALUE-Wert der Woche: MPH AG

>> Hoher Discount und gute Chancen auf den Rebound Das Ergebnis bei MPH hängt an der Kursentwicklung ihrer Töchter und möglichen Buchgewinnen. Die Perspektiven sind gut, MPH notiert weit unter Buchwert. Ich sehe Chancen auf den Rebound.

„Der Discount ist hoch wie nie! Einsteigen!“, so lautete mein Fazit bei der letzten Besprechung von MPH Mittelständische Pharma Holding in VALUE-DEPESCHE 48/16 Ende November. Damals notierte die Aktie des Konzerns aus Berlin bei 3,22 Euro. Zwischen Mitte Dezember und Anfang März ging es dann mit der Notierung richtig zur Sache, mein Kursziel von 4,20 Euro wurde erreicht und es stand ein schnelles Plus in weniger als vier Monaten von +30,4% zu Buche.

MPH profitierte dabei allerdings nicht von eigenen operativen Erfolgen, sondern von den Geschäften seiner Töchter. Das sind vor allem die beiden börsennotierten Firmen Haemato AG und M1 Kliniken aber auch die kleine CR Capital Real Estate. Bei den Titeln gab es schöne Kursgewinne. Bilanztechnisch läuft MPH wegen seiner Anteile an den drei Firmen unter dem Oberbegriff Beteiligungsgesellschaft. Steigen die Kurse von Haemato & Co, dann erzielt MPH mehr oder weniger hohe Buchgewinne und als Sahnehäubchen obendrauf fließen dem Unternehmen auch noch Dividenden zu.

Wegen der teils enormen Kurssteigerungen der Töchter – der Kurs von M1 etwa hatte sich 2016 verdoppelt – schrieb MPH im vergangenen Jahr einen Gewinn von 81,5 Millionen Euro oder 1,90 Euro je Aktie (2er- KGV). Etwa 10% davon gingen auf das Konto erhaltener Dividenden. Das KGV ist bei Beteiligungsgesellschaften aber nicht unbedingt der alleinige Wertmaßstab. Anleger achten dort meist vor allem auf das Nettovermögen, den Net Asset Value, kurz NAV. Und der stieg bei MPH im vergangenen Jahr von 3,25 auf 5,0 Euro je Aktie.

Vor einer Woche brachte MPH Zahlen zum ersten Quartal. Insbesondere wegen des Kursabfalls bei M1 Kliniken um -20% seit Jahresbeginn verzeichnete die Konzernmutter in den drei Monaten einen Verlust von -2,4 Millionen Euro. Das waren knapp -0,06 Euro je Aktie.

Vergangene Woche rutschte MPH zwischenzeitlich stark ab und notiert jetzt fast 30% unter dem Buchwert per Ende März von 4,94 Euro. Da M1 und CR Capital seither noch etwas gefallen sind, liegt der MPH-NAV derzeit bei geschätzt 4,90 Euro je Aktie.

Das allgemeine Börsenumfeld und auch die Kursentwicklung der Töchter lässt sich natürlich kaum vorhersagen. Aber die operativen Geschäfte der Töchter schon. Und da sieht es folgendermaßen aus:
Wie ich aus gut informierte Quelle höre, läuft es bei Haemato rund, das erste Quartal soll in etwa so gut gewesen sein wie das bereits sehr starke erste Quartal in 2016. Für das Gesamtjahr erwarte ich bei
Haemato einen Gewinn von 0,54 Euro je Aktie und damit leicht über Vorjahresniveau. Wegen der nachhaltig hohen Dividende von 0,30 Euro – aktuelle Rendite 4,5% - sind bei Haemato weitere Kurssteigerungen drin (siehe auch VALUE-DEPESCHE 13/17).

Nachdem M1 Kliniken seit der letzten Besprechung in Ausgabe 40/16 Anfang Oktober bereits Ende November über mein Kursziel von 9,50 Euro (+20% in sechs Wochen) geschossen war und dann im Hoch im Dezember bei 11,55 Euro schon etwas zu teuer war, sehe ich bei der Aktie nach dem Kursverfall wieder klare Kaufkurse. Wie gestern gemeldet, setzt der Spezialist für Schönheits-Behandlungen die Expansion fort und will nun in Essen neben Berlin eine zweite Klinik für OPs – insbesondere von Brustimplantaten – an den Start bringen. Wie ich höre, könnte es dort nach erforderlichen Umbauten ab dem zweiten Quartal 2018 voll losgehen und ich rechne dann mit Jahresumsätzen am neuen Klinikstandort von etwa 5,0 Millionen Euro. 2016 schrieb M1 noch einen Gesamtumsatz von 36,6 Millionen Euro. In den nächsten drei Jahren erwarte ich zudem die Eröffnung von etwa fünf weiteren Standorten pro Jahr auf dann gesamt etwa 25. Mit der hohen nachhaltigen Dividende von 3,5% und einem geschätzten 15er-KGV in 2018 ist die Aktie nicht teuer und bietet wieder Potential.

Dann CR Capital. Die mit Abstand kleinste MPH-Beteiligung brachte vor wenigen Tagen die vorläufigen Zahlen zu 2016. Mit 2,1 Millionen Euro – 0,11 Euro je Aktie – lag das Ergebnis über meiner Schätzung von 0,10 Euro je Anteil. Für 2017 erwarte ich einen Gewinnanstieg auf 4,0 bis 6,0 Millionen Euro und 2018 könnte das Ergebnis nach meinen Informationen ebenfalls bei 4,0 Millionen Euro oder höher liegen. In diesem und im nächsten Jahr halte ich so insgesamt Gewinne von 0,50 bis 0,60 Euro je Aktie für möglich. Auf dem aktuellen Niveau sehe ich bei CR Capital eine gute Gelegenheit zum Einstieg.

Fazit: MPH notiert 30% unter dem NAV. Bei den Töchtern läuft es rund, bei allen drei Titel sehe ich schönes Kurspotential. Der Discount bei MPH zum Eigenkapital würde dann noch weiter steigen. Klarer Kauf!