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20.06.2017 11:11 Age: 4 Jahre
Category: Presse

Schnelles Wachstum, starke Perspektiven


MAGNUM Beteiligung M1 Kliniken: Schnelles Wachstum, starke Perspektiven

Value-Depesche 25-17 - 20.06.2017 | VALUE-Wert der Woche: M1 Kliniken AG

>> M1 wächst rasant und ist Marktführer in seiner Nische. Die internationale Expansion verspricht mittelfristig enorme Steigerungen. Die Aktie hat das Zeug zum Verdoppler

Stark fragmentierter Markt mit vielen kleinen Anbietern, hohe Preise und dann die Chance auf schöne wiederkehrende Einnahmen – die Nische, auf die sich M1 Kliniken fokussiert, ist gut gewählt und für Firmenstrategen wie aus dem BWL-Lehrbuch. Und so wundert es nicht, dass der Experte für Schönheits-OPs stark wächst. Zwar ging der Spezialist beispielsweise für Brustvergrößerungen, Fettabsaugung oder Botox-Faltenbehandlung erst vor rund vier Jahren an den Start, doch bereits im vergangenen Jahr stand ein Umsatz von 36,0 Millionen Euro in den Büchern. Seit der letzten Besprechung der Aktie in VALUEDEPESCHE 40/16 war zwischenzeitlich mein altes Kursziel von 9,50 Euro auch schon erreicht und mit einem neuen Allzeithoch von 11,90 Euro deutlich überboten worden. In den letzten Monaten allerdings ist der Kurs erodiert. Ich sehe darin aber eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Insbesondere auch deswegen, weil das Potential des Unternehmens weit größer ist, als bisher vermutet.

Das Asset von M1 Kliniken als Anbieter von stationären und ambulanten Schönheits-OPs ist der institutionalisierte Geschäftsbetrieb als Betreiber von Kliniken und Behandlungszentren. Üblicherweise werden solche Operationen von vielen einzelnen Fachärzten angeboten und sind deshalb auch entsprechend teuer. In der Regel kosten Fettabsaugungen in Deutschland ab 1500 Euro, eine Falten-Unterspritzung mit Botox 300 bis 500 Euro und eine Brustvergrößerungen ab etwa 6000 Euro. Durch die Spezialisierung bei M1 Kliniken auf diese Schönheits-Nische und den Betrieb an vielen Standorten ergeben sich große Skalenvorteile. Bei M1 kosten Fettabsaugungen nach meinen Informationen 700 Euro, Unterspritzungen sind für 100 Euro zu haben und eine Brustvergrößerungen für 2400 Euro inklusive stationärem Aufenthalt.

Wie ich höre, liegt das Marktpotential in Deutschland für die genannten OPs derzeit und auf Basis der bisherigen vergleichsweise hohen Preise bei etwa 750 Millionen Euro pro Jahr. Eine Studie der GfK Gesellschaft für Konsumforschung geht aufgrund einer breiten Befragung von Verbrauchern davon aus, dass das Potential bei Preisen für Fettabsaugung von unter 1000 Euro, für Unterspritzung von unter 300 Euro und für Brustvergrößerungen von weniger als 3000 Euro mit etwa 3,8 Milliarden Euro rund fünfmal so groß wäre wie aktuell.

Durch das Preissystem von M1 Kliniken könnten die genannten OPs fast schon zum Massenmarkt werden. Diese OPs bieten zwei weitere Vorteile. Es handelt sich dabei um einen Markt von Selbstzahlern ohne Kostenrestriktionen seitens der Krankenkassen und bei Botoxbehandlungen ist mit einer großen Zahl an wiederkehrenden Einnahmen zu rechnen. Denn der Effekt einer Botox-Faltenbehandlung ist nach etwa sechs Monaten verbraucht und muss entsprechend wiederholt werden. Bei einem vergleichsweise günstigen Preis von 100 Euro scheint mir die Wahrscheinlichkeit für wiederholte Faltenbehandlungen durch die einzelnen Patienten über Jahre relativ hoch.

Mit seinem Geschäftsmodell – Spezialisierung und tiefe Preise – sieht sich M1 inzwischen als Marktführer in Deutschland in seiner Nische. In 2016 wurden mehr als 50 000 ambulante Behandlungen durchgeführt und bei 2200 stationären OPs in der Klinik in Berlin bereits 1,4 Tonnen Silikon implantiert. Im Jahr davor waren es erst 600 Kilogramm.

Wie ich höre will M1 das Wachstum noch beschleunigen und möglicherweise schon Ende 2017 oder Anfang 2018 Standorte im Ausland in der D-A-CH-Region eröffnen. Dazu kommt der Start der neuen Klinik in Essen. Die Zahl der Standorte könnte in den nächsten rund drei Jahren bis 2021 von derzeit 13 auf 50 steigen, die Zahl der Behandlungen von geplant 100 000 in 2017 auf 400 000 zulegen. Eine Umsatzverdopplung von geschätzt 45 Millionen Euro in 2017 auf 100 oder auch 120 Millionen Euro in 2021 halte ich da locker für möglich. Zudem erwarte ich dann auch einen Anstieg der operativen Marge vor Zinsen und Steuern von derzeit rund 15% auf etwa 20%.

Fazit: M1 wächst schnell und der Markt dürfte wegen des Preismodells enorm sein. Bis 2021 halte ich einen Gewinnanstieg von geschätzt etwa 0,45 Euro je Aktie in 2017 auf dann etwa 1,30 Euro je Anteil für möglich. Kliniken werden in der Regel mit KGVs zwischen 15 und 20 bewertet. Die deutlich größere Rhoen Klinikum AG bringt es sogar auf KGVs zwischen 20 und 25. Schon bei einem 15er-Gewinnmultiple könnte M1 dann in drei bis vier Jahren rund 20 Euro kosten. Bei einem 20er-KGV wäre dann sogar ein Kurs von über 25 Euro drin. Die Aktie hat schon auf Sicht von wenigen Jahren das Zeug zum Verdoppler. Kurzfristig könnten die Hochs vom Dezember drin sein – ein kurzfristiges Potential von +25%. Ich nehme M1 in das Musterdepot auf.